Das Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) aus dem Jahr 2000 hat zum Ziel, die Entwicklung von Technologien für erneuerbare Energien zu fördern. Insbesondere bietet das EEG potenziellen Besitzern von Photovoltaikanlagen einen finanziellen Anreiz und mehr Sicherheit. Wer den über seine PV-Anlage erzeugten Sonnenstrom ins öffentliche Netz einspeist, erhält über einen Zeitraum von 20 Jahren eine gesetzlich garantierte Vergütung. Diese staffelt sich nach der Leistung der Anlage (je kleiner desto besser), dem Anlagetyp (Gebäude oder Freifläche) und dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme. Damit können die Erlöse aus einer Photovoltaikanlage recht genau prognostiziert werden. Die Einspeisevergütung wird von dem lokalen Stromnetzbetreiber ausgezahlt, an dessen Netz die PV-Anlage angeschlossen ist. Dieser ist an den Preis gebunden, den das EEG als Einspeisevergütung vorsieht.

Die Zielsetzung der Förderung erneuerbarer Energien hat allerdings so gut funktioniert, dass der Ausbau der Stromnetze mit der rasanten Verbreitung von Solaranlagen nicht Schritt halten konnte. In Folge musste die Einspeisevergütung stufenweise reduziert werden, da sie über die Strompreise der Netzbetreiber wieder auf die Endverbraucher umgelegt werden. Die ursprünglichen Vergütungssätze wären somit nicht mehr finanzierbar. Während Haushalte im Jahr 2010 für ins Netz eingespeisten Sonnenstrom noch 30 Cent/kWh erhielten, sank die Einspeisevergütung in den Folgejahren kontinuierlich. Aktuell beträgt die Einspeisevergütung für eine PV-Anlage mit einer Leistung bis 10 kWp 12,20 Cent/kWh (Januar 2018). Bei Anlagen über 10 kWp bis 40 kWp beträgt die Vergütung 11,87 Cent/kWh. Dieser Ertrag gilt gleichbleibend für die restlichen Monate des Jahres der Inbetriebnahme und in den 20 Folgejahren. Das EEG sieht seit Mai 2012 eine stufenweise Absenkung der Einspeisevergütung vor und soll im Jahr 2021 gänzlich auslaufen. Ab diesem Zeitpunkt der Inbetriebnahme besteht weder eine Abnahmepflicht des Netzbetreibers noch ein Vergütungsanspruch.

EEG-Umlage


Die Neufassung des EEG von 2014 bestimmt, dass Betreiber größerer Photovoltaikanlagen (> 10 kWp) für den Eigenverbrauch zusätzlich eine EEG-Umlage entrichten müssen. Da die meisten PV-Anlagen für Eigenheime nicht über 10 kWp hinausgehen, trifft diese Regelung für Privathaushalte in der Regel nicht zu.

Fazit: durch das Auslaufen der Einspeisevergütung im Jahr 2021 fällt ein wichtiger Förderbaustein weg. Für neu installierte PV-Anlagen wird sich die Einspeisung von Sonnenstrom in absehbarer Zeit nicht mehr lohnen. Spätestens wenn die Strompreise die EEG-Umlage übersteigen, gewinnt der Eigenverbrauch an Bedeutung – und somit geeignete Solarspeicher, die diesen enorm erhöhen können.


Vorgaben des EEG-Einspeisemanagements

Abhängig von der Größe einer Photovoltaikanlage sieht § 9 EEG technische Vorgaben und Einspeiseregelungen vor. Bei kleineren PV-Anlagen mit einer Leistung bis einschließlich 30 kWp besteht das Wahlrecht, die Anlage mit einer technischen Einrichtung zur ferngesteuerten Reduzierung bei Netzüberlastung auszustatten oder die maximale Einspeisung durch den Anlagenbetreiber auf 70% der installierten Leistung zu begrenzen. Bei PV-Anlagen mit einer Leistung von bis zu 100 kWp ist nur Ersteres möglich.

Sonnenstrom