Bei der Planung ihrer Solaranlage sollten Sie unbedingt deren Wirtschaftlichkeit berechnen. Diese wird maßgeblich durch die Anschaffungskosten, den Eigenverbrauch und die Einspeisemenge bestimmt.

Bei den Anschaffungskosten machen die Solarmodule mit derzeit 700-900 Euro/kWp rund 45-55% der Kosten für eine Photovoltaikanlage aus. Hinzu kommen für den Wechselrichter 300-400 Euro/kWp (20-30% der Kosten). Die restlichen ca. 20% müssen für die Montagekosten und den Netzanschluss einkalkuliert werden. Hier eine typische Kostenverteilung für eine PV-Anlage eines Einfamilienhauses mit einer Leistung von 4 kWp. Der Grundpreis beträgt hier 6.000 Euro netto ohne Solarstromspeicher.

Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage


Der jährlich produzierbare Strom einer Photovoltaikanlage hängt von mehreren Faktoren ab. Beispielsweise vom Standort, dem Wirkungsrad der Anlage sowie von der Ausrichtung und dem Neigungswinkel der Solarmodule. Unter günstigen Bedingungen kann in Deutschland ein Jahresertrag von 900-1.000 kWh je kWp installierter Anlagenleistung erzeugt werden.

Eine PV-Anlage mit einer Leistung von 4 kWp kann also maximal 4.000 kWh Sonnenstrom erzeugen. Bei einem angenommenen Eigenverbrauch von 75% entspricht das einem durchschnittlichen Stromverbrauch eines 3-Personen Haushalts (3.000 kWh). Auf Basis eines durchschnittlichen Strompreises von 29,16 Cent/kWh (2017) errechnet sich eine jährliche Einsparung von 875 Euro. Im Jahr 2018 erhält der Betreiber einer neu installierten kleinen PV-Anlage gemäß EEG eine Einspeisevergütung von 12,20 Cent/kWh. Das heißt die Anlage erzielt bei einer Einspeisung von 1.000 kWh einen jährlichen Umsatz von 122 Euro. Unter Berücksichtigung der angenommenen Betriebskosten von jährlich 285 Euro und einer jährlichen Strompreissteigerung von 1% beträgt die Gesamtersparnis nach 20 Jahren rund 10.000 Euro. Die Anlage wäre in diesem Beispiel nach 8 Jahren amortisiert.

Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage table


Fazit:
Photovoltaikanlagen rentieren sich aufgrund der niedrigeren Anschaffungskosten, der besseren Wirkungsgrade und steigender Strompreise immer mehr. Obwohl die Wirtschaftlichkeit und Amortisation von vielen Faktoren abhängt, gilt als Faustregel: eine PV-Anlage amortisiert sich im Durchschnitt nach etwa zehn Jahren. Beispielrechnungen zeigen, dass sich je nach Angebot und Ertrag Renditen von 5-8% erzielen lassen.

Der kostenlose Photovoltaik Rechner liefert auf Basis wenigere Eingaben direkt Ergebnisse, inwieweit sich die Investition in eine Photovoltaikanlage lohnt. Die Einnahmen berechnen sich auf Basis der zu erwartenden Stromerzeugung und der jährlichen Einspeisevergütung. Auf Basis der PLZ kann die lokal sehr unterschiedliche Sonneneinstrahlung ermittelt werden. Die geschätzten Werte wie Anschaffungskosten, jährliche Stromproduktion, Einnahmen und Rendite sind belastbar und für eine erste Einschätzung bestens geeignet. Bei einer Finanzierung und Förderung sollten anschließend noch Zinsen und Kredittilgung berücksichtigt werden.

Am Ende der Berechnung können Sie sich kostenlose und unverbindliche Angebote von Fachbetrieben in Ihrer Region einholen. In den kommenden Tagen erhalten Sie speziell auf Sie zugeschnittene Angebote zur Installation Ihrer Solaranlage inklusive Montage.






Wartungs- und Betriebskosten

Grundsätzlich sind moderne Solaranlagen für eine Betriebsdauer von 25-30 Jahren ausgelegt. Diese Lebenserwartung wurde in vielen Langzeittests beweisen. Dabei verlieren die Solarmodule jährlich zwischen 0,3%-0,5% an Leistung. Die Leistungsgarantien der meisten Modulhersteller von 90% für 10 Jahre und 80% für 20 Jahre zeigen allerdings die Robustheit der Module.

Solaranlage Kosten

Da Photovoltaikanlagen keine verschleißanfälligen, beweglichen Teile haben, sind sie äußerst wartungsarm. Dennoch sind bei der Entscheidung für eine Solaranlage auch die Wartungs- und Betriebskosten zu berücksichtigen. Idealerweise sollte jährlich eine technische Wartung durchgeführt werden, um unnötige Stromverluste zu vermeiden. Dabei sind die Solarmodule, der Wechselrichter und die elektrischen Verbindungen eingehend zu prüfen. Letztlich erhöht die turnusmäßige Wartung sowohl die Leistungsfähigkeit als auch die Lebensdauer der Anlage und ist im Vergleich zu den Ertragsausfällen bei Schäden sehr gering. Wartungsverträge für eine Solaranlage eines Einfamilienhauses kosten je nach Dienstleister zwischen 150 und 250 Euro im Jahr.

Um die Funktion und Leistung einer Solaranlage zu gewährleisten, ist ebenso eine regelmäßige Reinigung der Solarmodule unabdingbar. Abhängig von den Standortfaktoren sollten Sie eine Reinigung in einem Turnus von 6 Monaten bis 2 Jahren vornehmen. Insbesondere in landwirtschaftlich oder industriell stark genutzten Regionen können sich Schmutzschichten auf den Modulen bilden, die nicht immer vollständig vom Regen gelöst werden. Hierdurch können Leistungsminderungen von bis zu 20% entstehen. Die Reinigung kann mit klarem Wasser und einer weichen Glasbürste prinzipiell selbst durchgeführt werden, ist aber wegen der Unfallgefahr auf Dachflächen nicht immer zu empfehlen. Die Reinigungskosten bei Fachbetrieben liegen bei rund 2 bis 2,50 Euro/m2.

Bei den weiteren Betriebskosten kann die Versicherung der Solaranlage ein wesentlicher Faktor sein. Einige Versicherungen bieten die Erweiterung einer bestehenden Gebäudeversicherung an, wobei aber meist nicht das gesamte Schadensspektrum abgedeckt ist. Insbesondere Blitzeinschläge, starke Hagelschauer, Überspannung oder Diebstahl können größere Schäden hervorrufen. Wir empfehlen daher eine günstige Solarversicherung, die diese und andere Schäden abdeckt. Abhängig vom Versicherungsumfang und Größe der Anlage liegen die Gesamtkosten für ein Einfamilienhaus zwischen 60-150 Euro im Jahr.

Für die Bereitstellung des Zählers zur Messung der Einspeisevergütung fällt für den Netzbetreiber eine Zählermiete von 30-40 Euro im Jahr an.

Insgesamt können pro Jahr 250-350 Euro für laufende Kosten und Rücklage für mögliche defekte Teile anfallen.



Überwachung Ihrer Photovoltaikanlage

Zur Sicherung der Qualität und Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen ist ein Monitoringsystem ratsam. Für die Überwachung, Auswertung und Verwaltung Ihrer PV-Anlage empfiehlt sonnenstrom.net die kostenlose Nutzung des „Sunny Portals“ von SMA Solar. Mit dem mobilen Zugriff auf das größte PV-Monitoringportal haben Sie die Möglichkeit, sich jederzeit alle relevanten Daten ihrer PV-Anlage wie Stromerzeugung, Gesamt- und Eigenverbrauch, Netzbezug und -einspeisung anzeigen zu lassen. In der Applikation ist auch eine PV-Erzeugungsprognose und daraus resultierende Handlungsempfehlungen enthalten. Es können sogar einzelne Haushaltsgeräte über Funksteckdosen de-/aktiviert werden. Die App ermöglicht somit eine effiziente Überwachung Ihrer Photovoltaikanlage, mit welcher schon kleine Abweichungen schnell erkannt und behoben werden können.

Sie können Sunny Portal als Desktop-Anwendung nutzen oder mobil per App über Ihr Tablet oder Smartphone aufrufen.

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